SPRACHE – EINE KLEINE
GRAMMATISCHE HILFE FÜR DIE DEUTSCHSTUDENTEN
DAS ZWIEBELFISCH - ABC
Von Bastian Sick
Pünktlich zum Erscheinen des Zwiebelfisch-Buches "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" präsentiert
SPIEGEL ONLINE einen neuen Service: Ein Glossar zu den Zweifelsfällen der deutschen Sprache -
basierend auf den am häufigsten gestellten Fragen unserer Leser zu Stil, Rechtschreibung und
Grammatik.
an Weihnachten / zu Weihnachten
Der Gebrauch der Präposition in Verbindung mit Festtagen ist regional verschieden. "An Weihnachten"
sagt man vor allem in Süddeutschland, während in Norddeutschland "zu Weihnachten" gebräuchlich
ist. Wie so oft gibt es in dieser Frage kein "richtig" oder "falsch", sondern bloß ein "hier" und "dort".
In einigen Gegenden wird sogar die Präposition "auf" verwendet werden: da trifft man sich auf Ostern
und sieht sich auf Pfingsten wieder. Dies ist aber nicht standardsprachlich.
als – wie
Bei Gleichheit sagt man wie, bei Ungleichheit als. Das nennt man Positiv und Komparativ. Die
Vergleichspartikel wie steht nach dem Positiv, als hingegen nach dem Komparativ:
Positiv:
- Dieser Sommer ist genauso heiß wie der letzte.
- Die Sache ist genau so, wie ich sie euch erklärt habe.
- Ich bin neunmal so klug wie ihr.
Komparativ:
- Dieser Winter wird noch viel kälter als der letzte.
- Die Sache ist weitaus komplizierter, als ich sie dargestellt habe.
- Ich bin neunmal klüger als ihr.
auf der Arbeit / in der Arbeit
Vor dem Wort "Arbeit" sind die Präpositionen "auf", "bei" und "in" prinzipiell gleichwertig. Je nachdem,
ob man unter Arbeit den Arbeitsplatz versteht, das Ausüben einer Tätigkeit oder das Gebäude, in dem
man arbeitet, kann man "auf der Arbeit" (= auf der Arbeitsstelle), bei der Arbeit (= beim Arbeiten)
oder "in der Arbeit" (im Büro, in der Fabrik) sein. Die telefonische Auskunft an den daheim Wartenden
"Ich bin noch auf Arbeit!" ist hingegen umgangssprachlich.




