FASCHING (FASTNACHT)
Frühling, Sommer, Herbst, Winter und ... richtig: die fünfte Jahreszeit heißt Karneval! Bei diesem Stichwort denken die meisten Menschen sofort an schöne venezianische Masken oder an Rio de Janeiro und seine bunten Samba-Gruppen. Sie wahrscheinlich auch, oder?
Wussten Sie schon, dass die "närrische Zeit" auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefeiert wird? Der Karneval, auch Fastnacht oder Fasching genannt, hat bei uns sogar eine besonders lange Tradition. Ein kurzer Blick zurück ins Mittelalter beweist es: Das lateinische carne vale bedeutet soviel wie "Abschied vom Fleisch". Damit sind die Wochen zwischen dem Dreikönigstag (6. Januar) und dem Osterfasten gemeint: Nach dem Karneval beginnt im katholischen Glauben die 40-tägige Fastenzeit. Katholische Christen dürfen in dieser Zeit Fleisch und auch einige andere Lebensmittel nicht essen. Ist es ein Wunder, dass die Menschen vorher noch einmal genussvoll essen und trinken wollen?
Die "Fastnacht", die Nacht vor dem Fasten, dauert sechs Tage lang, vom "unsinnigen Donnerstag" bis zum "Faschingsdienstag". In dieser Hochzeit des Karnevals gibt es viel gutes Essen, Wein, Bier und Schnaps. Musikanten spielen auf, es wird gescherzt und getanzt. Die Leute verkleiden sich mit fantasievollen Masken und Kostümen. So können sie während der närrischen Tage allen Leuten die Meinung sagen, was sie sich sonst wohl nicht bei allen trauen würden. In jeder Region, ja sogar in jedem Ort haben sich im Lauf der Jahrhunderte eigene Masken und Fastnachtsbräuche entwickelt. Für die Kirche zeigt sich im lauten Karneval die verrückte und verkehrte Welt des Teufels. Weil aber gerade im Kontrast dazu die stille Fastenzeit und das Osterfest an Würde und Bedeutung gewinnen, duldet sie ihn…




