CESTOMÁNIE – ZASTÁVKA V AFRICE
AFRIKANISCHE HOCHZEITSRITUALE
Text und Fotos: Carol Beckwith und Angela Fisher
Eine Reise längs und quer durch Afrika: Berber in Marokko, Wodaabe in Niger, Himba in Namibia,
Raschaida in Eritrea…
Zehn Jahre lang waren die Autorinnen mit Geländewagen, Kamel- und
Maultierkarawanen unterwegs, um traditionelle Hochzeitsrituale aus neun
Stämmen zu dokumentieren. Durch den Einzug der modernen Kultur gibt es
heute viele Zeremonien nicht mehr. Die noch verbliebenen sind prächtige
Beispiele für uralte Bräuche. Der goldene Gesichtsschmuck einer
Sultanstochter der Afar in Dschibuti beispielsweise zeigt den Reichtum ihrer
Familie.
Aber auch der arme Stamm der Karo aus Äthiopien feiert nicht weniger kunstvoll: Körperbemalung,
Ketten aus Samenkörnern und die auf den Bauch der Karo-Mädchen geritzten Muster, machen ihre
Hochzeiten zu etwas ganz Besonderem. In Kenia werden der Suaheli-Frau ein paar Tage vor ihrer
Hochzeit alle Haare vom Hals abwärts entfernt. Danach wird sie mit Kokosnussöl massiert und mit
Sandelholz parfümiert.
Die Frauen malen mit Zweigen, die sie in Henna getaucht haben, Muster auf
Arme und Beine. Eine ältere Frau, somo, lehrt die Braut, wie sie den Mann
erfreuen kann. Eine Hochzeit bei den Ndebele in Südafrika wird in drei
Etappen gefeiert, die sich über Jahre hinziehen können. Zunächst wird der
Brautpreis, lobola, verhandelt. Dann zieht sich die Braut zwei Wochen
zurück, in denen andere Frauen sie lehren, eine gute Ehefrau zu sein. Nach
der Isolation zeigt sie sich dann mit reichem Perlenschmuck und mit Perlen
besetzten Reifen, golwani, um Taille und Beine.
Als richtig verheiratet gilt sie erst, wenn sie das dritte Stadium vollendet hat: die Geburt ihres ersten
Kindes. Eine Träne läuft der mit Perlen reich behängten Nosianai aus dem Stamm der Massai in Kenia
über die Wange, als sie das Haus ihrer Familie verlässt, um sich auf den Weg zu ihrem Bräutigam zu
machen. Die Massai-Frauen müssen sich in die arrangierten Ehen mit wesentlich älteren Männern
fügen.
Zum Abschied bespuckt der Vater ihr zum Segen Kopf und Brust mit Milch und sagt: "Möge Gott dir
viele Kinder schenken."
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